Der junge Mann ist so etwas wie der personifizierte Rebell gegen den „Mainstream“: Als Ende der 90er Jahre die Schar der Weinbauern auf den interessanteren (weil teureren) Rotwein setzte, riss er die letzten Rotwein-Reben aus seinen Böden. Als ausschließlich Billigsdorfer-Weine mit Drehverschlüssen versehen wurden, brachte er die Weine seiner allerbesten Lagen als „Dreh-und-Trink“ auf den Markt (2002).
Dafür musste Johannes Hirsch schwere Prügel einstecken. Das „Falstaff“-Magazin fürchtete um den Untergang der Weinkultur und rief zum Boykott der allseits geschätzten Hirsch-Weine auf. Heute ist der junge Rebell, der in Kammern (Kamptal) mit seiner Familie das gleichnamige Weingut betreibt, längst rehabilitiert. Nach und nach steigen die besten Adressen der heimischen Winzerszene auf den Drehverschluss um. Womit aus dem Rebell ein Trendsetter wurde.