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Wirtschaft » International

General Motors: Deutscher soll neuer Europachef werden

08.11.2009 | 14:11 | (Die Presse)

Bild: (c) AP (Martin Meissner)

Um weitere Konfrontationen mit Regierungen und Mitarbeitern zu vermeiden, wird nun ein Deutscher als Chef in Europa gesucht. Eigentlich wollte General Motors einen harten US-Sanierer zum Chef machen.

Wien (red). Die klarsten Vorstellungen, wie der Nachfolger von Carl-Peter Forster an der Spitze von GM Europe aussehen soll, hat Opel-Betriebsratschef Klaus Franz. Obwohl Opel nun weiter nur eine Marke der europäischen GM-Division bleiben wird, spricht er konsequent vom „neuen Opel-Chef“. Von außen soll er kommen, Europäer sein, „mit Teamgeist und Benzin im Blut“.

Nachdem GM am Dienstag überraschend und in letzter Minute den Opel-Verkauf abgeblasen hat, musste Forster, der sich massiv für einen Verkauf an den austrokanadischen Autozulieferer Magna eingesetzt hatte, am Freitag den Sessel räumen. Seitdem reißen die medialen Spekulationen über seine Nachfolge nicht ab.

Wenig Freude mit Reilly

„Spiegel Online“ glaubte den Namen als Erster zu kennen: GM-Asien-Manager Nick Reilly soll von Shanghai nach Zürich siedeln. Der langjährige GM-Mann gilt als harter Sanierer, der schon den bankrotten südkoreanischen Daewoo-Konzern für GM auf Vordermann gebracht und sich an der Spitze der Opel-Schwester Vauxhall mit Werkschließungen in Großbritannien wenig Freunde gemacht hat.
Auch seine mögliche Kür zum Europa-Chef könnte in deutschen Landen böses Blut machen:  Als Markenverantwortlicher für Chevrolet hat er zuletzt Opel das Leben auf den Märkten außerhalb Europas sehr schwer gemacht.

Am Samstag aber verfolgte das „Wall Street Journal“ schon eine ganz andere Fährte: Um den Zorn der deutschen Politiker und der Opel-Belegschaft zu besänftigen, sei GM auf der Suche nach einem geeigneten Kandidaten aus Deutschland.

Offiziell hört man von GM-Chef Fritz Henderson nur, dass man umgehend einen Nachfolger für Forster suche, dass er von extern kommen werde und die Entscheidung in Abstimmung mit Opel-Management und Betriebsrat fallen soll. Weitere Änderungen im Opel-Management seien nicht geplant. Wie es mit dem angeschlagenen deutschen Autobauer weitergehen soll, will Henderson im Laufe dieser Woche präsentieren.

Forster soll zu Tata wechseln

Wie aber geht es mit dem glücklosen Forster weiter? Nach Berichten des deutschen Magazins „Focus“ heuert er beim indischen Autokonzern Tata Motors an. Eine Entscheidung stehe kurz bevor. Tata sucht nach einem Fachmann, der den weltweiten Vertrieb aufbauen soll.

Forster sei der Wunschkandidat des Eigentümers Ratan Tata. Der Konzern ist international für seine extrem preiswerten Kompaktautos bekannt, aber auch für die Luxusmarken Jaguar und Land Rover, die er im März 2008 Ford abgekauft hat.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.11.2009)

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Bild: (c) AP (Martin Meissner)