Daimler verlangt Blutproben von Bewerbern
28.10.2009 | 15:49 | (DiePresse.com)
Wer sich beim Daimler-Konzern bewirbt, muss seinem potenziellen Arbeitgeber eine Blutprobe abgeben. Arbeitsrechtler kritisieren die Vorgehensweise. Daimler verteidigt die Tests als "normale Einstellungsuntersuchung".
Arbeitgeber möchten möglichst genau wissen, mit wem sie es bei Bewerbungen zu tun haben. Daimler dürfte aber bei seinen Einstellungsverfahren übers Ziel hinausgeschossen haben: Jobsuchende müssten schon während des Bewerbungsverfahrens bei dem Autobauer Blutproben abgeben, wie der "NDR" berichtet.
"Normale Einstellungsuntersuchung"
Eine Daimler-Sprecherin sagte, zu Beginn des Bewerbungsverfahrens - zum Beispiel im Rahmen von Assessment Centern - würden weder Blut- noch Gesundheitstests gemacht. Dies erfolge erst bei den Einstellungsuntersuchungen. Diese kann aber auch vor der definitiven Zusage stattfinden. Dabei werde untersucht, ob der Bewerber für die Stelle geeignet sei - also noch im Bewerbungsprozess. "Das sind die üblichen Einstellungsuntersuchungen", sagte die Sprecherin.
Die Tests werden ihren Angaben zufolge beim werksärztlichen Dienst gemacht. Dieser teile der Personalabteilung anschließend mit, ob der Bewerber geeignet oder nicht geeignet sei. "Befunde und Diagnosen werden nicht weitergegeben." Diese würden direkt mit den Jobsuchenden besprochen. Der Arbeitgeber habe aber eine Fürsorgepflicht. Wenn ein Mitarbeiter zum Beispiel Diabetes habe, müsse auf geregelte Schicht- und Arbeitszeiten geachtet werden.
(Ag./Red)
