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Wirtschaft » National

Quelle Österreich geht in Konkurs

06.11.2009 | 14:19 | (DiePresse.com)

Bild: (c) APA/rubra/RUDOLF BRANDST€TTER (Rubra/rudolf Brandst€tter)

Es ist vorbei: Quelle Österreich konnte keinen Investor finden und geht in Konkurs. Rund 1100 Mitarbeiter sind betroffen. Der Todesstoß kam aus Deutschland, als der Versandriese "Otto" die Markenrechte erwarb.

Aus für Quelle Österreich: Der Vorstand wird den Konkursantrag für den österreichischen Versandhändler vorbereiten, sagte Betriebsratsobmann Felix Hinterwirth heute, Freitag, nach einer Betriebsversammlung am Standort Linz.

Vorstand Wolfgang Binde klammert aber sich nach wie vor an einen, wie er selbst einräumt, "Stohhalm" in Form eines Investors. Sonst ist der Konkursantrag an nächsten Donnerstag fällig.

Die Schulden werden von Insidern auf jenseits der 100 Mio. Euro geschätzt. Damit ist der Quelle-Konkurs eine der größten Handelspleiten nach dem Zusammenbruch von Konsum und Libro.

Notfallplan des AMS

Von der Insolvenz betroffen sind rund 1.100 Mitarbeiter, 900 davon in Linz. Das AMS hat bereits Notfallpläne für den Konkurs geschmiedet. Möglich ist, dass wie in Deutschland eigene Außenstellen für Quelle-Mitarbeiter eingerichtet werden. Möglicherweise können 500 Mitarbeiter in einer Insolvenzstiftung aufgefangen werden. 

Derzeit sei aber noch niemand im Rahmen des Frühwarnsystems zur Kündigung angemeldet, sagte Betriebsratschef Felix Hinterwirth.

Todesstoß von Otto

Nachdem der Versandriese Otto die Rechte an den Marken "Quelle" und "Privileg" erworben hat, war für Quelle Österreich nur mehr eine "Stand-Alone-Lösung" möglich - allerdings nur mit einem Investor.

Quelle Linz-Chef Binder: "Vor allem für die Mitarbeiter tut es mir persönlich leid". Sie machen einen "außerordentlich tollen Job und es ist ein Quelle-Spirit zu spüren, den es seit Jahrzehnten nicht mehr gegeben hat". Mit Quelle Österreich würde seiner Ansicht nach ein Unternehmen in Konkurs gehe, "das wirtschaftlich im Moment gut dasteht und das keinerlei Schuld an der Misere trifft". Er wolle jedenfalls bis zur allerletzten Minute kämpfen.

(Ag./Red)

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Bild: (c) APA/rubra/RUDOLF BRANDST€TTER (Rubra/rudolf Brandst€tter)