WIEN (red.). Rund um IT-Aufträge des Finanzamtes bzw. des Bundesrechnungszentrums ist es in der Vergangenheit offenbar zu Betrug und Steuerhinterziehung gekommen. Das Finanzministerium bestätigte am Freitag einen entsprechenden Bericht des „Wirtschaftsblatts“. Der Fall liege etwa zwei Wochen zurück, sagte ein Sprecher: Über eine Betriebsprüfung sei ein entsprechender Verdacht auf Steuerhinterziehung und überhöhte Rechnungen aufgetaucht. Man habe interne Ermittlungen eingeleitet, mittlerweile liegt der Fall bei der Staatsanwaltschaft.
In Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft gab es eine Reihe von Hausdurchsuchungen, nicht nur bei Privatpersonen, sondern auch im Bundesrechenzentrum und in der Finanzmarktaufsicht (FMA).
Bar auf die Hand
Ermittelt wird gegen zwei Personen. Einer ist ein Mitarbeiter der FMA, der Anteile an der betroffenen Firma halten soll. Die andere Person ist der Leiter des IT-Unternehmens. Er soll laut Auskunft der Staatsanwaltschaft Subunternehmen dazu gebracht haben, überhöhte Rechnungen zu stellen. Zur Belohnung habe sich der Firmenchef einen Großteil der Gelder in bar auszahlen lassen, heißt es in den Ermittlungsunterlagen.
Wie groß der entstandene Schaden ist, konnte man bei der Wiener Staatsanwaltschaft nicht sagen. Man stehe erst am Beginn der Ermittlungen. Auch ob weitere Personen involviert sind, sei noch unklar.