1,4 Milliarden Euro: OMV verkauft ihren Anteil an MOL
30.03.2009 | 12:08 | (DiePresse.com)
Die OMV hat sich von ihrem Anteil am ungarischen Mineralölkonzern MOL getrennt. Der russische Konzern Surgutneftegas übernahm das Aktienpaket von 21,2 Prozent für 1,4 Milliarden Euro.
Die OMV hat ihren 21,2-Prozent-Anteil am ungarischen Mineralölkonzern MOL an den russischen Konzern Surgutneftegas verkauft. Wie der österreichische Energiekonzern Montagfrüh mitteilte, betrug der erzielte Verkaufspreis 1,4 Mrd. Euro. Nach Abschluss der Transaktion werde die OMV keine Aktien mehr am ungarischen Mineralölkonzern halten. Erst am 10. März hatte die OMV 4,5 Millionen MOL-Aktien zurückgekauft, die sie an die Societé Génerale verpfändet hatte.
Aufgrund der Auflagen der Europäischen Union und der Ablehnung seitens des MOL-Managements hatte die OMV im August 2008 ihre Übernahmebestrebungen eingestellt. Daher sei der Verkauf, mit dem die Investment Bank JP Morgan beauftragt wurde, "ein logischer Schritt", so der heimische Mineralölökonzern.
OMV: Guter Preis, bar bezahlt
Die OMV hat mit dem Verkauf des MOL-Anteils an das russische Ölunternehmen Surgutneftegas einen "konsequenten Schlussstrich" unter die Übernahmebemühungen um den ungarischen Konkurrenten gezogen, erklärte OMV-Sprecher Thomas Huemer.
Mit dem erzielten Kaufpreise sei man im Prinzip "annähernd gleich" ausgestiegen. Im Schnitt hatte die OMV je MOL-Aktie bereinigt um Wechselkursschwankungen rund 16.000 Forint (52,6 Euro) bezahlt, so Huemer. Nun verkaufe man um rund 19.000 Forint. Am Freitag schloss die MOL-Aktie an der Budapester Börse mit 9.940 Forint.
Allerdings ist die OMV bei der MOL-Übernahme auf den Beraterkosten sitzen geblieben. Wie hoch diese seien, nannte Huemer nicht. Den Verkaufspreis von 1,4 Mrd. Euro erhält die OMV in bar. Damit will die OMV ihre Wachstumsstrategie in der Region weiterverfolgen. Konkrete Projekte gebe es nicht. In Zeiten von Liquiditätsengpässen sei Liquidität ein Wettbewerbsvorteil, so Huemer.
9,6 Millionen MOL-Aktien noch offen
Huemer machte darauf aufmerksam, dass bis zum 3. April noch ein Rückkaufabkommen mit der Bank-Austria-Schwester HypoVereinsbank (HVB) über 9,6 Mio. MOL-Aktien laufe. Der unterzeichnete Kaufvertrag werden erst ein paar Tage danach umgesetzt. Das Closing soll danach innerhalb einiger Tage erfolgen, wann genau könne man aber noch nicht sagen.
"Wir haben eine erfolgreiche Wachstumsstrategie in Mittel- und Osteuropa", sagte Huemer. Der Verkauf der MOL-Anteile sei "kein Strategiewechsel", denn bereits im Vorjahr wurden die Bemühungen um eine Übernahme des ungarischen Konkurrenten vonseiten der EU nicht guttiert. Daher habe man nun den konsequenten Schlussstrich gezogen.
Surgutneftegas ist einer der größten Gas- und Ölförderungskonzerne Russlands mit Firmensitz im sibirischen Surgut. Das Unternehmen ist im RTS Index an der Moskauer Börse gelistet. Der Konzern beschäftigt nach eigenen Angaben 100.000 Menschen. Im Jahr 2007 war der Umsatz um 19 Prozent auf 596 Mrd. Rubel gestiegen, der Nettogewinn war um 15 Prozent auf 88,6 Mrd. Rubel gewachsen.
(APA)
