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Wirtschaft » National

Gas-Großabnehmer müssen Verbrauch koordinieren

07.01.2009 | 17:40 | (DiePresse.com)

Bild: (c)  (Herbert Pfarrhofer)

Staatliches Maßnahmen-Paket zur Gaskrise: Der Gasverbrauch der österreichischen Großabnehmer wird koordiniert, Gaskraftwerke werden auf Öl oder Kohle umgestellt. Die Versorgung der Haushalte ist gesichert.

Angesichts des erstmals in 40 Jahren erfolgten Gaslieferstopps setzt ÖVP-Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner auf ein Maßnahmenpaket zur Versorgungssicherung: Durch die Steuerung des Verbrauchs der Gas-Großkunden soll die Versorgung in den nächsten Wochen für alle gesichert werden. Konkret sollen diese Industriebetriebe ihre Bedarfsspitzen abstimmen. 

Außerdem sollen Gaskraftwerke auf Öl oder Kohle umgestellt werden.Für die Haushalte bestehe ohnehin Versorgungsssicherheit mit Gas für drei Monate, versicherte Mitterlehner heute, Mittwoch, nach der Sitzung des Energielenkungsbeirats.

Steuerung der Industrie läuft bereits an

Die freiwillige "Optimierung" zur Abdeckung der Bedarfsspitzen bei den Großkunden habe in Abstimmung mit diesen bereits begonnen. Konkurrenz zwischen den einzelnen Großabnehmern gebe es keine, sieht Mitterlehner hier ein solidarisches Vorgehen.

Gasreserven reichen bis Montag

Bis zum nächsten Montag, dem 12. Jänner, liege die Abdeckung der Bedarfsspitzen schon vor. "Die nächsten 14 Tagen sind ohne Probleme abgedeckt", versicherte Mitterlehner. Freilich könnte es auch zu unvorhergesehenen Ereignissen, etwa einem technischen Problem kommen, räumte er ein. Durch Kooperationsbereitschaft der Großkunden und der Versorger könnten Leistungsspitzen abgesenkt und auch die Versorgung der Großkunden gesichert werden, unterstrich Boltz.

Die Verantwortung für diese "Optimierung" und freiwillige Bedarfssteuerung liege bei den Großlieferanten und ihren Kunden, betonte auch Mitterlehner.

Keine staatliche Verordnung

Die Notwendigkeit zu einer Lenkungsverordnung sehe er daher derzeit nicht. Gemäß Energielenkungsgesetz könnte der Wirtschaftsminister im Notfall zur Versorgungssicherung einschneidende Maßnahmen ergreifen und durch Verordnung Gas auch rationieren. Statt derartige Verordnungen zu erlassen setze er auf "marktwirtschaftliches Vorgehen", dies sei auch mit den Interessensverbänden und der Industrie so abgestimmt, unterstrich der Minister.

Speicher zu 60 Prozent gefüllt

Österreich habe sehr gut ausgebaute Speicher und sei dadurch im Vergleich mit anderen vom Lieferstopp betroffenen europäischen Ländern in einer besseren Lage, versicherte auch OMV-Generaldirektor Wolfgang Ruttenstorfer. Die Gasspeicher werden saisonal befüllt - im Sommer werden sie aufgefüllt, ab der Heizsaison werde dann zusätzlich zu den Gaslieferungen und der Gasförderung auch Erdgas aus den Speichern entnommen.Derzeit lagern rund 1,7 Milliarden Kubikmeter in Österreich - etwa 60 Prozent ihrer Kapazität.

Es wird länger kein Gas fließen

Die Lage wird sich offenbar nicht so schnell entspannen: Die Vermittlungsbemühungen der EU zwischen der Ukraine und Russland müssten erst anlaufen, erläuterte Mitterlehner. Angesichts der komplexen Situation erwarte er nicht in den nächsten Tage, sondern erst "mittelfristig" eine Lösung. Österreich müsse sich also auf einen zumindest teilweise anhaltenden Gaslieferstopp einstellen.

OMV denkt noch nicht direkt an Klagen

Dass Russland die gültigen Lieferverträge mit Österreich nicht einhält, kommentierten sowohl Minister Mitterlehner als auch OMV-Chef Ruttenstorfer heute sehr zurückhaltend. Man werde sich die Lage in Ruhe anschauen, meinte der OMV-Chef auf die Frage, ob nun Klagen geprüft werden.

(APA)

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Bild: (c) (Herbert Pfarrhofer)