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Wirtschaft » National

Androsch: Trümmerhaufen bei AUA, Post und Co

11.11.2008 | 12:58 | (DiePresse.com)

Bild: (c) APA (Guenter R. Artinger)

Der frühere Finanzminister kritisiert, dass es bei der AUA seit 2000 Misswirtschaft gegeben hätte. Käufer werde die Lufthansa. Im Falle der Postamtschließungen spricht Androsch vom öffentlichen Versorgungsauftrag.

Der frühere SP-Finanzminister und heutige Industrielle Hannes Androsch sieht die österreichische Wirtschaftspolitik bei Unternehmen wie AUA, Post oder Telekom vor einem "Trümmerhaufen" stehen.

An Fluglinien habe staatliches Eigentum keinen Sinn mehr, sagte Androsch am Montagabend bei einer Diskussion in Wien. Der neue Eigentümer der AUA werde wahrscheinlich Lufthansa heißen.

"Misswirtschaft"

Ein Konsolidierungsprozess in der Luftfahrtbranche wäre sowieso eingetreten, so Androsch. Seit 2000 habe es aber "Misswirtschaft" in der AUA gegeben, Chancen seien verpasst worden, was alles die Verhandlungsposition verschlechtert habe. So hätten die Organe der AUA die Airline noch im März als saniert bezeichnet, "und jetzt sind wir pleite" und müssten bitten, mit 500 Millionen Hochzeitsgabe übernommen zu werden.

Zur neuen Postamtsschließungswelle brachte Androsch den öffentlichen Auftrag zur Versorgung im ländlichen Raum zur Sprache. Wenn es um die Frage von Rentabilität gehe, sage ja auch die E-Wirtschaft nicht "wozu brauchen wir ins nördliche Waldviertel eine Stromleitung hin? Die sollen bei den Kerzen bleiben."

Grauzonen

Grauzonen sieht Androsch bei der Abgrenzung, was privat und was staatlich geführt werden sollte. Im Spitalswesen ortet er ein schlampiges Verhältnis zwischen öffentlichen und privaten Einrichtungen. Nicht zufällig gebe es rund um das AKH in Wien einen Kranz von Privatspitälern. "Wenns lukrativ ist, dann privat, wenn es ernst wird und teuer, fahren wir schnell ins AKH." So sei es auch im Bankwesen, findet Androsch, der Vizechef des Aufsichtsrats der neuen "Banken-ÖIAG" ist: Auch da seien gewaltige Gewinne "höchst privat" gewesen. Laufe es schlechter, werde nach dem Staat gerufen.

Müßig ist für Androsch die Frage, wo denn in der internationalen Finanzkrise, die so viele Verluste bringe, das Geld und die Gewinner sind: "Es ist sinnlos zu suchen, wo das Geld geblieben ist, das war nie da", meinte der Industrielle und Finanzexperte. Der letzte Preis bestimme den Wert eines Ganzen, das sei nicht nur bei den Eigenheimpreisen in den USA so.

Das österreichische Konjunkturpaket wertete Androsch als ersten guten Schritt in die richtige Richtung. Eine "Kopekenzählerei" um Maastricht verkenne allerdings den Ernst der Lage.

(APA)

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Bild: (c) APA (Guenter R. Artinger)