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Wirtschaft » National

Absatzprobleme von Chrysler kosten bei Magna 200 Jobs

29.09.2008 | 20:23 | (Die Presse)

Bild: (c) APA

Da es keine Leiharbeiter mehr gibt, trifft es Stammpersonal. 600 Mitarbeiter verloren ihren Job in dem Grazer Unternehmen.

wien (jaz). Erst vor einem Monat musste der zum Magna-Konzern des Austrokanadiers Frank Stronach gehörende Auto-Auftragsfertiger Magna Steyr den Abbau von Arbeitsplätzen vermelden. 600 Mitarbeiter verloren ihren Job in dem Grazer Unternehmen. Nun gab Magna Steyr bekannt, dass ab Anfang 2009 erneut 150 bis 200 Mitarbeiter ihren Hut nehmen müssen. Wie im August ist auch diesmal die rückläufige Produktion der Grund für den Jobabbau. In Summe sind bei Magna künftig 6000 Mitarbeiter beschäftigt – rund 3800 davon in der Produktion.

Dieser zweite Jobabbau kommt allerdings auch für Magna Steyr überraschend. „Einer unserer Kunden, die Firma Chrysler, hat sehr kurzfristig Volumina aus der heurigen und nächstjährigen Produktion herausgenommen“, sagte Magna-Steyr-Chef Günther Apfalter zum ORF-Radio. Der Arbeitsplatz-Abbau im August beruhte indes auf den längerfristigen Produktionsplanungen des Autobauers.

Sonderzahlung oder Bildung

Magna will zwar versuchen, Kündigungen zu vermeiden (etwa über natürliche Fluktuation und das Nichtnachbesetzen von Abgängen), was allerdings kaum gelingen wird. Zumal es sich bei den Betroffenen ausschließlich um Angehörige des Stammpersonals handelt. Die letzten Leiharbeiter verließen das Unternehmen bereits im August. Die gekündigten Mitarbeiter können sich entscheiden, ob sie eine Sonderzahlung aus dem Sozialplan haben oder in die bestehende Arbeitsstiftung wechseln wollen. In Letzterer sollen sie eine weiterführende Ausbildung erhalten. Die Arbeitsstiftung wird vom AMS betrieben und vom Land Steiermark sowie Magna mitfinanziert.

Weitere Kündigungen erwartet man bei der Führung von Magna-Steyr nicht mehr. „Das ist eine Einmal-Maßnahme. Wir haben einige neue Aufträge erhalten, und es geht dann wieder sukzessive aufwärts“, sagt Apfalter. Die meisten der bei Magna Steyr produzierten Fahrzeugmodelle (BMW X3, Saab 9-3-Cabrio, Jeep Grand Cherokee) befinden sich derzeit am Ende ihres Lebenszyklus. Dafür beginnen ab dem kommenden Jahr neue Projekte wie der Porsche Boxster oder der Peugeot 308 RC. Diese dürften vorerst aber vor allem die Entwicklungsabteilung beschäftigen. Dort sind zu den 1250 beschäftigten Ingenieuren zur Zeit rund 130 weitere Stellen ausgeschrieben.

Auf einen Blick

■Der US-Autokonzern Chrysler bestellte weniger Autos beim heimischen Auftragsfertiger Magna Steyr. Deshalb muss das Unternehmen nun 200 Mitarbeiter abbauen. Bereits im August verloren 600 Magna-Mitarbeiter ihre Jobs.

■6000 Mitarbeiter werden künftig im Grazer Unternehmen beschäftigt sein. Rund 3800 davon in der Produktion.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.09.2008)

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Bild: (c) APA