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Wirtschaft » National

Ölindustrie: Iran-Streit spitzt sich zu

03.08.2008 | 18:53 | (Die Presse)

StatoilHydro gibt dem Druck der USA nach.

Teheran(Reuters). Der Iran will nach der Absage des norwegischen Energiekonzerns StatoilHydro das Anaran-Ölprojekt alleine fertigstellen. „Wenn die Norweger das Projekt nicht entwickeln wollen, wird der Iran es mit heimischen Mitteln zu Ende bringen“, sagte der iranische Ölminister am Sonntag in Teheran. StatoilHydro hatte zuvor mitgeteilt, wegen des politischen Drucks aus den USA vorerst keine Neuinvestitionen in der Islamischen Republik zu planen.


OMV unbeeindruckt

Die Auseinandersetzung ist auch für den österreichischen Ölkonzern OMV brisant. Auf OMV gab es ebenfalls starken politischen Druck aus Washington, auf ein geplantes milliardenschweres Gasgeschäft im Iran zu verzichten. Die OMV zeigte sich bislang jedoch unbeeindruckt und will an dem Projekt festhalten.

Allerdings hat sich die Vertragsunterzeichnung zwischen Iran und OMV mehrmals verzögert. Ursprünglich hätte das Abkommen im ersten Quartal 2008 unterzeichnet werden sollen. Ein neuer Termin steht noch nicht fest. Die Sache ist heikel, da der österreichische Staat über die Industrieholding ÖIAG größter Eigentümer der OMV ist. Die USA drohen dem österreichischen Konzern mit Wirtschaftssanktionen, falls das Geschäft zustande kommt.

Die USA verdächtigen den Iran, heimlich an Atomwaffen zu arbeiten. Der norwegische Konzern StatoilHydro folgt mit seiner Entscheidung gegen das Anaran-Projekt einer Reihe von anderen internationalen Unternehmen, die wegen der Bedenken im Zusammenhang mit dem umstrittenen Atomprogramm vorerst von Investitionen absehen. Die Vereinten Nationen und einige westliche Staaten haben wegen des Atomstreits Sanktionen gegen den Iran verhängt. Der Iran weist den Vorwurf zurück, unter dem Deckmantel der Stromproduktion an Atomwaffen zu arbeiten.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.08.2008)

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