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26.05.2012 23:56

Randerscheinung: Und wer bringt den Storch?

05.11.2009 | 16:03 | von Florian Asamer (Die Presse - Schaufenster)

Nachdem ich es endlich geschafft habe, mit den Buben in die 3-D-Version des Pixar-Animationsfilms „Oben“ zu gehen, hier einige Anmerkungen, zu denen es mich heftig drängt. Zu 3-D an und für sich: Das gab es ja schon einmal in den 80er- Jahren, damals waren die im Kino ausgegebenen Brillen noch aus Papier mit einer roten und einer grünen Folie. Der Effekt war bescheiden und wohl auch der Grund, warum sich die Sache nach kurzer Zeit aufgehört hat. Heute bekommt man Plastikbrillen mit echten Gläsern an der Kinokasse ausgehändigt, das Ergebnis ist beeindruckend. Nicht nur das Geschehen auf der Leinwand sieht man räumlich, nein, der ganze Zuschauerraum kann mit Bildern bespielt werden. Fällt zum Beispiel ein Hamburger aus dem Bild, scheint er mitten im Kinosaal zu schweben. Das Ganze hatte genau zehn Minuten seinen Reiz, danach setzte ich die Brille ab, weil ich mich vor einer Migräneattacke oder einem epileptischen Anfall fürchtete.

Zu Animationsfilmen an und für sich: Ich teile nicht zu hundert Prozent jene Auffassung, wonach Plots, die besonders absurd und abwegig sind, automatisch mit dem Prädikat „fantasievoll“ versehen werden sollten. Sicher, man kann sich alles ausdenken. Aber das Gute ist, man muss ja nicht. Zu Pixar an und für sich: Das Beste an den ohnehin sehr guten Pixar-Filmen ist seit jeher der Kurzfilm davor. So auch die Storchepisode „Partly Cloudy“ vor „Oben“. Zu Störchen an und für sich: Mein Jüngerer hat nicht verstanden, wozu Störche mit Babys im Mund herumfliegen. Man muss also Kindern heutzutage, nachdem sie längst aufgeklärt sind, erklären, warum der Storch die Babys bringt. Zu Aufklärungsgesprächen an und für sich: Tendenziell erfährt man selbst noch etwas. Eines konnte ich übrigens nicht erklären: Wer bringt eigentlich die kleinen Störche?

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