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26.05.2012 23:55

Randerscheinung: Schön, dass Sie so schön sind

15.10.2009 | 15:28 | von Florian Asamer (Die Presse - Schaufenster)

„Wir haben ein Beautyheft am 16. 10. Falls dir was dazu einfällt . . .“, lautet das kurze Mail der strengen Kollegin vom „Schaufenster“. Na, schön. Zur Schönheit brennt mir sogar etwas auf dem Herzen. Unrecht getan habe ich ihr nämlich lange, der Schönheit. Ich habe immer gemeint, es ist gut, wenn man wegen des Humors, der Intelligenz, des Großmuts, der Herzenswärme, selbst der Sparsamkeit wegen geliebt wird, aber doch nicht wegen irgendwelcher Äußerlichkeiten. Pah! Irgendwann einmal habe ich aber eingesehen (schon erstaunlich, wie man sich entwickelt), dass schön sein auch nur eine positive Eigenschaft ist, wie schlagfertig, ausgleichend oder empathisch (es würde sich übrigens einmal lohnen, darüber zu diskutieren, ob Ehrgeiz ein Vorzug oder ein Makel ist, wobei ich schon einen Verdacht habe . . .).

Als nächsten Schritt habe ich die Sache noch verfeinert: Lieben lassen dürfte man sich streng genommen nur für etwas, für das man sich Mühe geben muss. Demnach wäre es also total in Ordnung, wenn man als unansehnlicher, humorloser, mäßig intelligenter, jähzorniger Mensch dafür geschätzt wird, dass man sich immer so schrecklich anstrengt. Aber nur unter der Voraussetzung, dass einem das harte Arbeiten an sich total zuwider ist. Sonst sind wir wieder dort, wo es dem witzigen Menschen Spaß macht, Witze zu machen, dem Intelligenten, gescheit zu sein oder eben dem Schönen, sich zu zeigen. Sie merken schon: Das führt zu nichts, ich habe mich da in etwas verrannt. Schon erstaunlich, wie man sich entwickelt. Deshalb: Schön, dass Sie so gescheit, lustig, fleißig und – vor allem schön sind. Auch wenn Sie es vielleicht nur dieser Beautyausgabe Ihres „Schaufensters“ verdanken . . .

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