Die Ich-Pleite: Was ich nicht weiß, brennt mich nicht heiß
15.10.2009 | 15:36 | von annemarie (Die Presse - Schaufenster)
Österreich geht es gut. Zwar nicht so gut wie Norwegen. Aber nach dem neuesten UNO Development Index sind wir immerhin auf Platz 14
von 183 Staaten. Untersucht man allerdings die geschlechtergerechte Verteilung von Lebensstandard und Einkommen, sind wir Österreicherinnen Schlusslicht. Hm. Also in meiner Firma ist das bestimmt nicht so! Na gut, die Geschäftsführung besteht aus lauter Männern. Davon haben sich zwei gerade erst eine neue Villa gebaut. Und der dritte hat sich eine Jacht zugelegt.
Okay, und der vierte kauft sich einen Maserati. Aber von den gleichgestellten Kollegen wüsste ich jetzt nichts. Sicher, sie haben Ausgaben. Der eine hat fünf Kinder mit drei verschiedenen Frauen. Komisch eigentlich, dass er sich trotzdem grad einen Dachausbau hat leisten können. Aber die anderen! Gut, einer hat ein etwas teures Hobby. Heliskiing in Kanada kostet bestimmt nicht wenig. Und ein anderer war gerade mit der ganzen Familie drei Wochen auf den Fidji-Inseln, obwohl seine Frau nicht arbeiten geht . . . Ich habe auch gehört, dass mein Assistent in eine teure Vierzimmerwohnung umgezogen ist. Ich habe in seiner Position noch in einem WG-Zimmer gewohnt. Aber trotzdem! Für die gleichberechtigte Bezahlung der Angestellten in meiner Firma kann ich die Hand ins Feuer legen! Zumindest solange ich nicht das Gegenteil schwarz auf weiß auf der Firmenhomepage lese. Wie es in Norwegen üblich ist.