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26.05.2012 23:49

Die Ich-Pleite: E-Mail für mich

17.06.2009 | 19:35 | von annemarie (Die Presse - Schaufenster)

Wir sind alle Einwanderer im Land des World Wide Web. Manche kamen früher, manche später. Manche haben sich häuslich niedergelassen, manche sind nur zu Besuch. Und manche stehen immer noch ­unschlüssig an der Grenze herum und überlegen, ob sie es sich anschauen sollen oder nicht. Diese Menschen, finde ich, sollte man unbedingt ermutigen! Niemand sollte heut­zutage von den Segnungen der neuen Technologien ausge­schlossen sein! Oft brauchen solche Menschen nur einen ­praktischen Anstoß – einen alten Computer etwa und ein paar Stunden Einschulung („Das ist eine Mouse, und mit der kannst du am Bildschirm herumfahren!“ oder „Da draufklicken!“). Ich habe es so mit meinen Eltern gemacht. Und ich muss sagen, meine Bemühungen haben sich gelohnt!

Bald darauf schickte mir mein Vater die erste elektronische Post seines Lebens:

„Liebe Annemarie!
Das ist unser 1. Email.
Trotz schwierigem Start ist es uns gelungen, dir ein Email zu senden. Im Garten blühen die Tulpen und Narzissen, der Apfelbaum und die Ribisel. Heute Morgen mußten wir allerdings einen Vogelangriff auf unseren Rasen hinnehmen (die Vögel suchten ihr Frühstück?) – die Mama war sehr böse.
Die gefüllte Kalbsbrust ist gelungen – Mama wurde gelobt.
Liebe Grüße von uns allen!“
Das war am 8. Mai 2005. Seither warte ich auf das zweite E-Mail.

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