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27.05.2012 00:53

Fotograf Starbird: Schweigen mit Björk

22.10.2009 | 19:08 | von Christina Böck (Die Presse - Schaufenster)

Bild: (c) Starbird

Der dänische Fotograf SØren SolkÆr Starbird über die Launen der Amy Winehouse, Bergsteigen mit Lang Lang und eine Mondfahrt mit David Bowie.

Was war die verrückteste Idee, die Sie nicht realisieren konnten?

Ich konnte noch immer alles realisieren. Bis jetzt. Einmal wollte die dänische Band MEW, dass ihre Gesichter mit Affenköpfen verschmelzen. Da bin ich in den Zoo gegangen, hab jede Menge Affen fotografiert und dann haben wir sie mit einer Filmsoftware zusammengemischt.

Wie entstehen Ihre Bilder?

Meine Ideen kommen, nachdem ich tage- und wochenlang die Musik der Bands angehört habe. Ich versuche, die Stimmung, die ich in den Songs finde, nachzubilden. Manches kommt auch direkt aus den Texten.

Was inspiriert Sie? Augenscheinlich Filme . . .

Ja, hauptsächlich Filme. Ich liebe es, wie in Filmen das Licht gesetzt wird. Etwa in Wong Kar-Wais „In the Mood for Love“. Filme sind einfach bezaubernd. Aber mich inspiriert auch alte Landschaftsmalerei von Caspar David Friedrich.

Meistens zeigen Sie Bands in Transportmitteln – warum?

Musiker zu sein bedeutet immer auf Reisen zu sein. Und für mich gilt das auch. Ich bin auf Reisen, seit ich die Mittelschule verlassen habe. Deshalb mag ich es, Leute auf Achse abzulichten. Rock’n’Roll-Nomaden. Da vermeidet man auch das Klischee von der Rockband vor der Ziegelwand . . .

Erzählen Sie vom Shooting mit Gnarls Barkley.

Das Foto entstand bei 42 Grad im Schatten in Palm Springs. Es war der Tag nach ihrem allerersten Konzert. Es war unglaublich, mit ihnen zu arbeiten. Sie machten drei Kostümwechsel mit, unter anderem als Hexen, trotz der Hitze.

Und mit Björk?

Das Shooting dauerte kaum eine Stunde, und wir haben so gut wie nichts miteinander geredet. Sie improvisierte wie in einer Blase und ich wollte die nicht platzen lassen. Sie ist eine sehr poetische Person.

Und die White Stripes?

Das Bild entstand in Nashville. Ich war einen ganzen Tag mit einem iranischen Taxifahrer unterwegs und habe acht Diners besucht. Das letzte war perfekt. Die Kostüme waren original aus den 50ern und wurden aus New York und Los Angeles eingeflogen. Nach zwei Stunden waren wir fertig. Jack White ist ein vollkommener Schauspieler.

Sie haben auch Amy Winehouse fotografiert. Wie war das? Und: Wie oft hat sie abgesagt?

Ich hatte das Glück, die letzten beiden Fotosessions zu ergattern, die sie machte, bevor sie mit den Medien brach. Sie war entzückend, ziemlich wild. Ihre Laune änderte sich ständig. Man konnte ihr ansehen, dass ihr viel auf der Seele lag. Abgesagt hat sie nur einmal. Ein ganz guter Schnitt . . .

Gibt es einen Künstler, den Sie auch gratis fotografieren würden?

David Bowie. Den würde ich bis auf den Mond begleiten und ihn fotografieren. Ich würde ihm sogar das Ticket zahlen.

Wie geht es Ihrer Kunstform in der Krise?

Es gibt weniger Geld für Fotoproduktionen als früher. Aber Fotografie wird immer ein lebendiger Teil der Musikindustrie bleiben.

Sie haben ein Poster für die dänische Oper gemacht. Klassische Musiker werden immer sehr ähnlich fotografiert – warum sieht man nie Fotos von Anna Netrebko im Starbird-Stil? Wie würden Sie etwa den Pianisten Lang Lang porträtieren?

Ich würde gerne klassische Musiker aus ihrer klischeehaften Umgebung holen und aus ihren klassischen Kleidern. Lang Lang würde ich am Gipfel eines zerfurchten Berges Klavier spielen lassen, vor einem dramatischen Himmel.

TIPPS
Fotos im Netz
www.dannyclinch.com
www.starbird.dk
Annie Leibovitz im Kunsthaus Wien, ab 30. 10. www.kunsthauswien.com

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Bild: (c) Starbird