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Panorama » Österreich

SMS: „Du wirst abgeschoben“

12.11.2009 | 18:17 | GEORGIA MEINHART (Die Presse)

Arigona Zogaj erlitt Zusammenbruch. Mutter und Tochter suizidgefährdet.

LINZ. Per SMS erfuhr Arigona Zogaj vom negativen Asylbescheid: „Arigona, in der Zeitung steht, du wirst abgeschoben“, schrieb ihr ein Freund gestern früh, wie OÖ Volkshilfe-Chef Christian Schörkhuber im Gespräch mit der „Presse“ erklärt. Die 17-Jährige war zu diesem Zeitpunkt in der Handelsschule in Linz, sie habe daraufhin einen Zusammenbruch erlitten und sich erst nach der Einnahme mehrerer Tabletten beruhigen können.

Seit mehr als einem Jahr leidet Zogaj schon an Depressionen: Im vergangenen Oktober habe nach einem Nervenzusammenbruch „massive Suizidgefahr“ bestanden, sie sei deshalb auch einen Monat stationär in psychiatrischer Behandlung gewesen, erklärt Schörkhuber.

Die Kosovarin, die oberösterreichischen Dialekt spricht und Deutsch besser beherrscht als ihre Muttersprache Albanisch, belasten „das Hin und Her, die Unsicherheit, die Sorge um ihre Familie und um ihre Zukunft“. Sie gehe nun wieder regelmäßig zur Schule, brauche aber weiterhin therapeutische Hilfe und wie ihre Mutter Nurie starke Antidepressiva. Der jüngste Abschiebungsbescheid könne zu einer „Kurzschlusshandlung“ führen: Mutter und Tochter seien auch jetzt suizidgefährdet.

Die Zogajs haben, um ihren Aufenthaltsstatus in Österreich zu legalisieren, einen jahrelangen, vorerst erfolglosen Gewaltmarsch durch die Instanzen hinter sich. Auf der Strecke blieb dabei nicht nur die psychische Gesundheit von Mutter und Tochter, auch die Ehe der Eltern zerbrach, die Familie wurde zerstreut: der Vater hat die Familie verlassen und soll in Montenegro leben, die beiden älteren Söhne sind im Kosovo. Die minderjährigen Kinder Albin (8) und Albona (10), leben wie Arigona bei ihrer Mutter in Frankenburg (Bezirk Vöcklabruck).

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.11.2009)

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