Dortmund: Ehemaliger SS-Mann wegen Mordes angeklagt
17.11.2009 | 12:33 | (DiePresse.com)
Ein 90-Jähriger ist angeklagt worden, weil er 1945 im Burgenland mindestens 58 jüdische Zwangsarbeiter ermordet haben soll. Das Gericht muss nun über die Eröffnung des Verfahrens entscheiden.
Ein 90-jähriger Pensionist aus Duisburg ist wegen der Ermordung von jüdischen Zwangsarbeitern im März 1945 angeklagt worden. Ihm wird vorgeworfen, als Angehöriger der 5. SS-Panzer-Division "Wiking" mit anderen SS-Leuten und Angehörigen der Hitlerjugend die Erschießung von mindestens 57 jüdische Zwangsarbeitern in einem Waldstück im burgenländischen Deutsch-Schützen beschlossen und ausgeführt zu haben.
Die Zwangsarbeiter wurden laut Anklage am 29. März 1945 in mehreren Gruppen in ein Waldstück gebracht, mussten sich in einem Graben niederknien und wurden dann vom Angeklagten und weiteren SS-Angehörigen grausam von hinten erschossen. Der Angeklagte habe seine Oper im Sinne der nationalsozialistischen Ideologie als minderwertig betrachtet, teilte die Staatsanwaltschaft am Dienstag mit. Sein Handeln sei von äußerst menschenverachtender Gesinnung geprägt gewesen.
Dem Angeklagten wird außerdem zur Last gelegt, einen erschöpften und nicht mehr gehfähigen jüdischen Zwangsarbeiter auf einem Marsch mit mehr als 100 Zwangsarbeitern in der Nähe von Jabing heimtückisch von hinten erschossen zu haben. Das Landgericht Duisburg muss nun über die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheiden.
(Ag.)
