Hautpflege: Feuchtgebiete
17.06.2009 | 19:49 | von Petra Percher (Die Presse - Schaufenster)
Unser Körper liebt die Sonne, den Pool, den Strand. Der ganze Körper? Nein, die Haut leistet Widerstand. Sie Trocknet aus, wirkt fahl und reagiert zickig. Zehn Versöhnungsangebote für ihren Frischekick.
Es wirkt fast ein wenig wie Schizophrenie im eigenen Körper. Während sich alles auf Sommer, Sonne und Urlaub freut, bekommt es das größte Organ mit der Angst zu tun. Die Haut mag weder lange Flugreisen noch ausgiebiges Planschen am Pool und schon gar kein Einweichen im Meer. Und lange Sonnenbäder sind für sie ungefähr so attraktiv wie für den Rest unseres Ichs Ferien im Büro.
Urlaubszeit bedeutet eben Stress für die Haut. Die staubtrockene Luft im Flugzeug, der Wechsel zwischen Wüstenhitze in Dubai, feuchtem Klima in Asien, schmutziger Hitze in Großstädten wie Paris oder New York lässt die Haut zickig reagieren. Chanel hat gemeinsam mit dem französischen Laboratoire National de Métrologie et d’Essais
herausgefunden, dass die Haut durch die Veränderung der Luftfeuchtigkeit sogar noch mehr gestresst wird als durch die Veränderung der Temperatur. Beides aber wirkt wie ein echter Klimaschock: Das Feuchtigkeitsniveau der Haut sinkt genauso wie ihre Fähigkeit, es selbst zu regulieren.
Und wenn wir dann auch noch schwimmen gehen, setzt ihr das erst recht zu. Das Chlor im Pool, das Salz im Meer, beides trocknet die Haut extrem aus. Eine Überdosis UV-Strahlen und ständiger Wind geben unserer Schutzschicht den Rest. Die Folge: Es bilden sich trockene Stellen, die Haut juckt, spannt und neigt zu Rötungen.
Was ist passiert? Wenn man sich die Haut als Mauer vorstellt, dann sind die Zellen die Ziegelsteine und der Zwischenraum ist mit Mörtel gefüllt. Fehlt der Mörtel, entweicht die Feuchtigkeit ungehindert nach außen. Deswegen müssen wir künstlichen Mörtel auftragen, der in der Regel aus Liposomen und Triglyceriden besteht, die dem natürlichen Mörtel am nächsten kommen. In der Haut selbst gibt es sogenannte NMF, natürliche Feuchthaltefaktoren, die Wasser in der Haut binden. Sind zu wenige vorhanden, können sie zugeführt werden, etwa durch den Harnstoff Urea. Auch Collagen bindet Wasser in der Haut, genauso wie Extrakte aus Aloe oder Algen.
