Sonnenschutz: Fragen und Antworten
20.05.2009 | 20:41 | von Eva Djian (Die Presse - Schaufenster)
Bräune ohne Risken und Nebenwirkungen gibt es sie nicht. Hier einige Fragen und Antworten zum Thema Sonne, die längst unter den Nägeln brennen.
Worin unterscheiden sich UVA- und UVB- Strahlen?
UVB-Strahlen sind sehr energiereich, kurzwellig und durchdringen die oberste Hautschicht. Diese Strahlen machen die Haut braun, verursachen aber auch Sonnenbrand. UVA-Strahlen hingegen sind energieärmer, langwellig, dringen aber tief in die Haut ein. Sie sind für Hautalterung und Sonnenunverträglichkeit verantwortlich. Außerdem können sie der Haut dauerhaften Schaden zufügen, da sie auch die Zellen angreifen. Was wiederum zu Hautkrebs führen kann. Nur Produkte, deren UVA-Schutz mindestens 1/3 des UVB-Schutzes beträgt, dürfen ein Gütesiegel tragen.
Was sagt ein Lichtschutzfaktor überhaupt aus?
Der Lichtschutzfaktor (LSF) ist ein Maß für die Wirksamkeit der UVB-Filter. Dieser gibt Auskunft darüber, wie lange die Creme vor den UVB-Strahlen schützt, bis Rötungen der Haut auftreten.
Und was ist eigentlich mit Lichtschutzfaktor (LSF) 2 passiert?
Eine Empfehlung der Europäischen Kommission beinhaltet auch eine neue Klassifikation der Lichtschutzfaktoren. Sonnenschutzmittel müssen einen Mindest-LSF von sechs und einen Höchst-LSF von 50 aufweisen. Alles, was darunter liegt, bietet keinen Schutz vor UV-Strahlung und darf sich eigentlich nicht mehr als solcher bezeichnen. Der mittlere Schutz liegt zwischen LSF 15 und 25.
Wie viel Sonnenschutz sollte man auftragen?
Die EU empfiehlt sieben Teelöffel: je einen für Gesicht, Oberkörper, Rücken und je einen für Arme und Beine.
Wasserfest, kann man dem trauen?
Prinzipiell schon. Wasserfeste Produkte müssen nach einem standardisierten Verfahren nach zweimal 20 Minuten Aufenthalt im Wasser noch mindestens 50 Prozent des applizierten Lichtschutzes aufweisen. Abtrocknen, Schweiß und langes Baden beeinträchtigen die Wirkung.
Was kann Natursonnenkosmetik?
Prinzipiell gibt es zwei Arten von UV-Filtern. Chemische und mineralische. Während chemische Filter das Sonnenlicht absorbieren und Teile davon umwandeln, blocken mineralische Schutzfilter in Form feinster Pigmente das Sonnenlicht wie eine Schutzmauer ab. UVA- und UVB-Schutz sind ebenfalls gewährleistet.
Ist man durch Selbstbräuner vor der Sonne geschützt?
Mittlerweile sind Selbstbräuner eine ungefährliche Alternative, um zur gewünschten Bräune zu gelangen. Eine Alternative zum Sonnenschutz sind sie allerdings nicht.
Wie schütze ich mich am besten vor Hautkrebs?
Allein in den letzten 25 Jahren hat sich das Risiko der Österreicher, an Hautkrebs zu erkranken, verdoppelt. Der Körper merkt sich jeden Sonnenbrand – das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, erhöht sich dadurch. Schon vor dem 20. Lebensjahr werden 80 Prozent der Sonnenstrahlen konsumiert und die meisten „Sonnensünden“ begangen. Einfache Verhaltensregeln dämmen das Hautkrebsrisiko ein, und Vorbeugen ist besser als Heilen: zwischen elf und 15 Uhr die Sonne meiden, richtiger Sonnenschutz auch im Schatten, die 3-H-Regel anwenden (Hut, Hemd und Hose), Vorsicht bei Medikamenteneinnahme,
ständige Beobachtung der Muttermale, und Babys und Kleinkinder haben in der prallen Sonne sowieso nichts zu suchen.
Was wurde eigentlich aus Sunblockern?
Da es keinen 100-prozentigen Sonnenblocker gibt und der Konsument nicht in die Irre geführt werden soll, darf dieser Begriff heute nicht mehr verwendet werden.
Warum gibt es vermehrt Anti-Aging-Sonnenprodukte?
Durch spezielle, aber sehr unterschiedliche Inhaltsstoffe, meist kombiniert mit viel Vitamin E, kann die Haut zusätzlich vor freien Radikalen geschützt werden. Dadurch kann das vorzeitige Altern etwas hinausgezögert werden.
After-Sun-Kosmetik, bringt das etwas?
After-Sun-Produkte haben einen großen Vorteil, sie sind fettreduziert und spenden daher Feuchtigkeit. Die natürliche Hautbarriere kann stabilisiert werden. Rötungen oder gar ein Sonnenbrand können aber nicht gelindert werden. Die versprochene Kühlung wird allerdings oft nur durch einen überhöhten Alkoholgehalt erzeugt.
